Neujahrsrede des Bürgermeisters der Stadt Beelitz
Sehr verehrte Damen und Herren,
liebe Bürgerinnen und Bürger,
(Es gilt das gesprochene Wort)
seit vielen Jahren führen Bundeswehr und Stadt den Neujahrsempfang gemeinsam durch, um mit denen zusammenzukommen, die Anteil haben an der Entwicklung unserer Stadt und unserer Einrichtungen, die Verantwortung tragen und Impulse geben für eine gedeihliche Zukunft. Gerade in so schwierigen Zeiten von Weltwirtschafts- und Finanzkrise kommt es auf die Menschen vor Ort an, auf ihr Engagement und Zusammenwirken.
Ich möchte mich an dieser Stelle ganz herzlich bedanken, dass wir wieder Ihre Gastfreundschaft hier in der Hans-Joachim-von-Zieten-Kaserne in Anspruch nehmen können.
Die Selbstverständlichkeit, mit der wir diese Veranstaltung gemeinsam durchführen, ist wohl der beste Beweis für unsere gewachsene Verbundenheit - dafür, dass die Bundeswehr fester Bestandteil der Stadt Beelitz ist. Die Schulen und Vereine nutzen Einrichtungen und Anlagen der Hans-Joachim-von-Zieten-Kaserne. Soldaten halfen bei der Pflege der Kriegsgräber und im Umweltbereich. Und es gab wieder eine Reihe gemeinsamer Veranstaltungen.
Der Tag der offenen Tür am 05. September 2009 wurde unter Einbindung der Stadtverwaltung, der Freiwilligen Feuerwehr, der Polizei sowie anderer Einrichtungen und Akteure eine überzeugende Demonstration des hervorragenden Ausbildungsstandes, der vielfältigen Einsatzbereiche und großen Leistungsstärke der Soldatinnen und Soldaten.
Besonders hervorzuheben ist auch das Feierliche Gelöbnis am
19. November 2009 im wunderbaren Ambiente von Beelitz-Heilstätten. Ein Kraftakt, der noch lange in Erinnerung bleiben wird.
Als vor 20 Jahren der Soldatenaufstand hier in der Kaserne begann und die Soldaten vor dem Tor streikten, war nicht daran zu denken, wie gut und freundschaftlich unsere Zusammenarbeit einmal sein würde.
In dem Buch „Beelitzer Wendejahre 1989/90“, das wir im vorigen Jahr herausgegeben haben und in dem die Ereignisse der Wende von Zeitzeugen dokumentiert wurden, nimmt der Soldatenaufstand zu Recht auch einen breiten Raum ein. Dass die friedliche Revolution auch wirklich friedlich verlaufen ist, ist vor allem dem besonnenen Handeln des Soldatenrates und verantwortungsbewusster Offiziere zu verdanken.
Seither haben wir eine großartige Aufbauleistung vollbracht.
Wasser-, Gas-, Wärmeversorgung, Abwasserentsorgung, Altstadtsanierung, Dorferneuerung in fast allen Ortsteilen, Wohnumfeldverbesserung im Neubaugebiet, Schulbausanierungen, Sporthallenneubau und -sanierung, Straßenbau, Umgehungsstraße, Radwege, Dorfgemeinschaftshäuser sind nur einige Stichpunkte.
In Beelitz-Heilstätten sind die Kliniken, die Gesundheitsakademie und Pflegeeinrichtungen entstanden. In Beelitz gibt es seit 10 Jahren ein Seniorenheim und die Gemeindegebietsreform sowie der damit verbundene Zusammenschluss der Gemeinden des Amtes Beelitz zur neuen Stadt Beelitz liegt nunmehr 8 Jahre zurück. Alle Ortsteile haben sich seither gut entwickelt. Das ist auch an den vielen Investitionen des abgelaufenen Jahres ablesbar. Die Altstadtsanierung macht weiter Fortschritte. Die Instandhaltung der Posthalterei und die Neugestaltung des Innenhofes sind fast abgeschlossen und bieten hervorragende Möglichkeiten für das Standesamt, die Bibliothek und die Erweiterung des Post- und Zauchemuseums.
Der Lustgarten an der Diesterwegschule steht kurz vor der Vollendung. Dank der Förderung aus dem Konjunkturpaket wurde die Sanierung des Hauses I des Sally-Bein-Gymnasiums in Angriff genommen sowie die Sanierung des ältesten Kita-Gebäudes in der Nürnbergstraße und die Flutlichtanlage im Stadion des Friedens.
In Buchholz wurden die Bahnhofs- und die Kietzstraße neu gestaltet. In Fichtenwalde konnte der 2. Bauabschnitt der Straße der Einheit fertig gestellt werden.
Das Ärztehaus erhielt eine neue Toilettenanlage und neue Parkplätze. Insgesamt wurden 3,3 Mio. zumeist mit Förderung aus dem Vermögenshaushalt investiert.
Für 351 TEUR wurden Straßeninstandsetzungsarbeiten ausgeführt. Darunter 180 TEUR für die Befestigung von Sandstraßen und -wegen mit Bitumenfräßgut. Allein in Fichtenwalde konnten so 12 km Waldwege und -straßen für die nächsten Jahre befahrbar gemacht werden.
Die Ortswehr der Freiwilligen Feuerwehr von Rieben hat ihr Feuerwehrgerätehaus mit sehr großer Eigenleistung fertig gestellt. Für alle Kameradinnen und Kameraden der Stadt wurden für 120 TEUR persönliche Schutzausrüstungen beschafft.
Der Wasser- und Abwasserzweckverband „Nieplitz“ konnte die Abwassererschließung von Busendorf fertig stellen und den Ortsteil Schluckendorf an das zentrale Abwassernetz anbinden.
Mit dem Fahrplanwechsel im Dezember wurde mit der Havelbusverkehrsgesellschaft mbH ein Rufbussystem organisiert, das allen Bürgern aus den Ortsteilen ohne Busanbindung die Möglichkeit bietet, flexibel und individuell zum Arzt, zum Einkauf, zur Bahn oder zum Jugendklub zu kommen oder abgeholt zu werden. Dadurch kann die Mobilität gerade älterer und junger Menschen, die in unseren Dörfern wohnen, erheblich verbessert werden.
Von besonderer Bedeutung für Beelitz und seiner Bürgerinnen und Bürger ist die Ausweisung als Mittelzentrum in Funktionsteilung mit Werder im neuen Landesentwicklungsplan Berlin-Brandenburg. Die Ausweisung als Mittelzentrum – auch in Funktionsteilung – eröffnet uns weitere Entwicklungsperspektiven verbunden mit zusätzlichen Finanzzuweisungen von 400 TEUR jährlich. Jetzt gilt es, die Infrastruktur weiter auszubauen und mit Werder auch tragfähige Vereinbarungen zu treffen, um die Planausweisungen auch für die Zukunft zu sichern.
Seit dem 01.01.2010 arbeitet die Stadtverwaltung nicht mehr mit der in jahrhunderten bewährten Kameralistik. Nach den Vorgaben des Landes wird fortan die Doppik - die doppelte Buchführung in Konten angewendet.
Wichtigste Änderung: Abschreibungen müssen auf das gesamte Anlagenvermögen gebildet werden, auf: Rathaus, Schulen, Kitas, Dorfgemeinschaftshäuser, Straßen, Wege, Plätze und vieles mehr. Wir werden trotz dieser zusätzlichen Nettobelastung von über
500 TEUR einen Überschuss von 360 TEUR im Ergebnishaushalt erwirtschaften. Eine Leistung, die nur wenige Kommunen im Land Brandenburg schaffen.
Das ist die Basis für die Zukunftsinvestitionen 2010.
12 Mio. EUR ,so viel wie nie zuvor, werden wir als Mittelzentrum in unsere Infrastruktur investieren.
Dafür müssen wir:
3 Mio. EUR Kredite aufnehmen
ca. 9 Mio. EUR kommen aus Fördermitteln, Rücklagen und anderen Eigenmitteln
3,3 Mio. EUR sind für die Sanierung und Modernisierung des Schwimmbades vorgesehen. Das Bad soll nicht nur für Beelitzer, sondern auch für die Gemeinden der Region attraktiv werden.
1,7 Mio. EUR für die Schaffung von Kitaplätzen in der „Kita am Park“ Dadurch können allen Kindern und Eltern bedarfsgerechte Betreuungsangebote gemacht werden.
840 TEUR für die Altstadtsanierung unter anderem für die Sanierung des Hotels Wehner, einer öffentlichen Toilette und zur Unterstützung privater Bauherren.
1,56 Mio. EUR für Straßenbaumaßnahmen
418 TEUR für DSL Breitbandversorgung -
eine moderne Infrastruktur, die in fast allen Dörfern
mittels Glasfaserkabel hohe Datenmengen bis zu
16 Mbit/s ermöglicht und zukünftig bei Bedarf auch
erhöht werden kann. Die Verträge sind unter Dach und Fach. Die Telekom arbeitet bereits und wird das schnelle Internet im Laufe des Jahres in die Ortsteile bringen. 1300 Haushalte werden neu angeschlossen. DSL ist ein Standortfaktor mit zunehmender Bedeutung gerade für den ländlichen Raum.
Mit der endgültigen Förderzusage für die „Dorf-Gemeinschafts-Mitte Wittbrietzen“ wird ein 1,2 Mio. EUR Projekt gestartet mit Dorfgemeinschaftshaus, Saal, Bürgerladen, Platzgestaltung und Regenentwässerung.
Die Riebener Kirche wird als kirchliches, kulturelles, soziales und kommunales Zentrum ausgebaut, ein Modellprojekt auch für andere Kirchen im Land.
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Die Ortswehr von Elsholz soll mit einem modernen Löschfahrzeug und die Ortswehren von Buchholz, Wittbrietzen und Rieben mit neuen Mannschaftstransportwagen ausgestattet werden.
Aus dem alten Parteivermögen werden ein großer Spielplatz an der Altstadt und zwei kleinere in Fichtenwalde und Beelitz für ca. 130 TEUR errichtet.
Selbstverständlich werden die Sanierungsarbeiten am Sally-Bein-Gymnasium, an der Solarschule und den Kita´s weitergeführt.
Zum Deutschen Wandertag 2012 werden jetzt Wander- und Walkingwege durch die Stadtverwaltung ausgewiesen, so dass wir das Beelitzer Land nachhaltig als Wanderregion im Fläming präsentieren können.
Mit dem Land Brandenburg ist vereinbart, dass die Stadtverwaltung die Radwege von Zauchwitz nach Stangenhagen und nach Dobbrikow baut. Damit werden die seit langem geforderten Radwege in der Nuthe-Nieplitz-Niederung für Touristen aber auch für Anwohner, vor allem Schüler, Realität. Die wichtigen Radwege von Fichtenwalde nach Busendorf bis Emstal und nach Glindow werden weiter verfolgt und im Rahmen des Gemeinsamen Mittezentrums auf der Agenda stehen.
Für Beelitz-Heilstätten gibt es positive Signale und Interessenten für Entwicklungen in den Quadranten A und B.
Die Eigentümerin, die Projektentwicklungsgesellschaft Beelitz-Heilstätten, arbeitet darüber hinaus ständig an Projekten und Optionen für das gesamte Areal.
Endlich haben die Rekonstruktionsmaßnahmen an der B 246 Ortsdurchfahrt Beelitz begonnen. Die Belastungen für Anwohner und Gewerbetreibende, Schüler und Eltern, aber auch für alle, die diese Straße nutzen müssen, sind hoch. Wir werden Druck machen, um den Fortgang zu forcieren.
Eine weitere große Zukunftsinvestition ist die Sporthalle in Fichtenwalde. Jetzt gibt es die Möglichkeit der Förderung. Da gilt es bei aller Haushaltsbelastung die Voraussetzungen für die Umsetzung des Projektes zu schaffen, um den Sportlern wie auch allen Fichtenwaldern attraktive Freizeitbedingungen zu bieten.
Die Spargelbauern, die auch im abgelaufenen Jahr mit der Spargelkönigin Caroline Wegener an der Spitze mit hervorragendem Beelitzer Spargel wieder aktive Werbung für die Region gemacht haben, konnten ihre Höfe mit Blaubeeren, Kürbissen, Weihnachtsmärkten und anderen kulinarischen und kulturellen Angeboten der Region mitunter bis Silvester attraktiv gestalten.
Das ist nicht nur schön für Touristen und Beelitzer Besucher, das schafft auch Arbeitsplätze, die wir so dringend brauchen.
Eine wichtige Säule unserer Stadt waren und sind die Vereine. Sie leisten über ihre eigentliche Vereinsarbeit hinaus über das ganze Jahr kontinuierlich Arbeit für die Allgemeinheit. Sie bereichern das gesellschaftliche Leben mit einer Vielzahl von Aktivitäten und Veranstaltungen. Gerade auch im Bereich der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen sind viele Vereine aktiv und unverzichtbar.
Diese Aktivitäten zeugen aber auch von dem großen ehrenamtlichen Engagement vieler Bürger, die als Vereinsvorsitzende, Kassierer, Übungsleiter, Trainer und Organisatoren dazu beitragen, dass das Leben in den Dörfern oder im Wohngebiet, in den Vereinen und Initiativen funktioniert und lebenswert ist. Dazu gehören auch die Ortsvorsteher, Ortsbeiräte, die Stadtverordneten und sachkundigen Einwohner.
Und im besonderen Maße gehören natürlich auch die Angehörigen der Freiwilligen Feuerwehren dazu, die über das ganze Jahr bei der Brandbekämpfung oder technischen Hilfeleistungen für unsere Sicherheit sorgen.
Ihnen allen, die ehrenamtlich tätig sind, gilt mein besonderer Dank für ihren Einsatz und für Ihr Engagement.
Ihnen meine Damen und Herren und allen Bürgern von Beelitz wünsche ich ein gesundes und erfolgreiches Jahr 2010.
Thomas Wardin
Bürgermeister



